Bruthaus / Meerforellenbrütlinge

In unserem Bruthaus versuchen wir junge Meerforellen soweit groß zu ziehen, dass sie sicher in die Seitenarme in der Wörpe eingebracht werden können. Dadurch können wir hoffentlich irgendwann erreichen, dass sich die Bestände soweit erholen, dass sie sich selbst ohne externe Hilfe vermehren.


 
 
 
 
 
Vor unserem Bruthaus wird das Abstreifen der Forellen vorbereitet. Zu sehen sind Martin Schüppel und Martin Scholz.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unser Bruthaus von innen mit den Brutschränken, in denen die ständig mit frischem Wasser umspülten Eier erbrütet werden.
 
 
   
 
 

 
Die Wannen werden mit Wörpewasser für die Forellen befüllt.
 
In die rechten beiden Wannen wird in kleiner Menge ein natürliches Betäubungsmittel getreufelt, was dazu führt, dass sich die Laichfische entspannen und leichter abstreifen lassen.
 
Die 4 Wannen sind nötig, damit wir die Rogner und Milchner jeweils voneinander trennen können.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
In unserem gut gesichertem Hälterbecken werden die Forellen nach dem E-Fischen bis zum Abstreifen in gut durchströmten Wörpewasser gehältert.
 
  
 
 
 
 
 
 


In diese Hälterwanne werden zum Schluss die befruchteten Forelleneier (Rogen) gelegt. Darin werden die Eier durchgehend mit gleichmäßig temperiertem kalten Wasser bei gleichbleibender Strömung ausgebrütet.
 
Vorher muss aber darauf geachtet werden, dass die Wanne auch sauber ist.
 
 
 
 
 



Hier waren die Schulkinder der Klasse 3c sehr kreativ und haben das Thema der Meerforellenaufzucht  zu Papier gebracht.
 
 
 
 
 
 
 
 
 




Der Wümme-Report trotz eisiger Kälte zu Gast am Bruthaus.
 
   
 
 
 
 
 
 
 
Tobias Behrendt beim Vorbereiten des nächsten E-Fischen und Martin Sch. beim Suchen der letzten benötigten Sachen.
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 


Letzte Absprache vor dem Start.
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
Nun werden die Fische mit einem für das Hälterbecken speziell angefertigten, großen Kescher zum Abstreifen entnommen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Martin entnimmt mit einem kleineren Kescher die Fische um sie dann in die vorbereiteten Wannen zu überführen. 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
In diesem Jahr konnten durch die fleißigen E-Fischer richtige Pracht-Forellen gefangen werden!
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
In den Wannen können sich die Meerforellen erst einmal vom Keschern erholen.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Langsam werden die Wannen voll.
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nun kehrt langsam Ruhe ein.
 
 
  
 
 
 
 



Die ersten Forellen befinden sich nun im Betäubungsbad.
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Martin Schüppel hat nun auf seinem "Melkschemel" platz genommen und es wird nur noch darauf gewartet, dass die ersten Forellen entspannt genug sind zum Abstreifen.
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
Die ersten Forellen liegen auf der Seite, was bedeutet, dass sie entspannt und betäubt genug zum Abstreifen sind.
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
Durch das Abstreifen kommen die Eier der weiblichen Meerforelle (Rogner) in die Schüssel.
 
Danach kommt das Weibchen zurück in die Wanne mit frischem Wörpewasser, um sich wieder schnell von der kurzzeitigen Betäubung erholen zu können.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anschließend wird die männliche Forelle (Milchner) ebenfalls abgestreift. Dadurch werden Eier und Samen zusammengeführt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Danach wird alles sanft und gleichmäßig verrührt und ca. 10 Minuten ruhen gelassen. In dieser Zeit werden die Eier durch die Samen befruchtet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 




Hier kann man gut sehen, wie sich die Forellen antspannt auf die Seite gelegt haben, bevor sie gleich als nächstes abgestreift werden. 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Behutsam mit geübten Fingern entlockt Martin dem nächsten Weibchen seine Eier.
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
Dieses Weibchen lässt sich leicht abstreifen und es können wieder zahlreiche Eier entnommen werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier kann man auch sehr gut die einzelnen Eier erkennen.
 
 
 
  
 
  




Ein wunderschöner Milchner mit toll ausgeprägtem Laichhaken.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier erkennt man die wahre Schönheit und Größe. Da kann selbst Martin nur ehrfürchtig schauen.
 
Dank der andauernden Anstrengungen einiger Vereinsmitglieder ist es überhaupt Möglich, solche Prachtexemplare wieder in der Wörpe zu haben.
 
Hierfür glit unser aller DANK!
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 


Nach der Ruhepause wird der befruchtete 
Rogen von der überschüssigen Milch gesäubert.
 
 
  
 
  
 
 
 
 


Nun kommen die befruchteten Eier ins Bruthaus und
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
werden vorsichtig auf die einzelnen Wiegen der Brutschränke aufgelegt. Man kann hier gut sehen, dass die Eier durch den Samen klebrig geworden sind. Dieses dient in der Natur dazu, dass der befruchtete Laich am Kies in der Wörpe kleben bleibt und nicht weggespült werden kann.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  


Martin muss das Sieb schon leicht schütteln, um alle Eier heraus zu bekommen.
 
 
  
 
 
 
 
 
 



So sieht es aus wenn eine Lage befruchteter Eier in der Wanne liegt.
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
Hier noch einmal ein schöner Milchner gehalten von Herrn Burkhardt, vom LK Rotenburg als Naturschutzbeauftragter.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier ein schönes Weibchen kurz vor dem Zurücksetzen in die Wörpe.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nachdem die Meerforellen abgestreift wurden und sich erholen konnten, werden sie sofort behutsam wieder in der Wörpe ausgesetzt.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dazu gehört auch eine kurze Eingewöhnungsphase.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und weg sind sie wieder!
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 


Nun wird die nächste Ladung fein ausgespült und
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 

hier kann man auch sehr gut sehen, wie die überschüssige Milch im Wasser weggespült wird.
 
 
 
  
  
 
 
 
 
 
Die nächsten gespülten Eier werden in der Wanne verteilt. Nicht befruchtete Eier würden sich deutlich durch ihr milchig/weißes Aussehen von den befruchteten Eiern abheben. Solche tauben Eier müssen unbedingt einzeln per Hand aussortiert werden.
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Sehr schön anzusehen, demnächst tummeln sich hier junge Meerforellen!
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zur Sicherheit, das die Eier auch nicht aus der Wanne gespült werden können, kommt noch ein Schutzsieb oben drauf.
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach getaner Arbeit werden noch nicht laichbereite Forellen wieder in den Wasserkanal entlassen.
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zum Abschied noch ein schönes Foto nach getaner Arbeit.
 
In diesem Sinne möchte ich mich für die fleißigen Kollegen bedanken, die diese Fotos überhaupt ermöglichten!
 

 

 




Nach 9 Wochen kann man nun endlich sehen, wie sich die Meerforelleneier entwickelt haben!




Die befruchteten Meerforelleneier haben sich in unserem Bruthaus
weiterentwickelt. Sie befinden sich nun im sog. Augenpunkt-Stadium. Deutlich sind die zukünftigen Augen der Meerforellen als kleine schwarze Punkte innerhalb der Eier zu erkennen. Die weitere
Entwicklungsgeschwindigkeit hängt von der die Eier umgebenen
Wassertemperatur ab.






Forellen benötigen von der Befruchtung des Rogens bis zum Schlupf der Brütlinge ca. 410 Tagesgrade. Das bedeutet z.B.,
wenn die Temperatur des umgebenen Wassers jeden Tag konstant +10°C betragen würde, dann würden die Brütlinge bereits nach 41 Tagen schlüpfen, und bei einer konstanten Wassertemperatur von z.B. +5°C erst nach ca. 82 Tagen u.s.w.
Mutter Natur hat dies so eingerichtet, damit der Schlupf der Forellen in langen, harten Wintern zeitlich nach hinten herausgezögert wird.







Somit haben die Brütlinge zum Winterende bei steigenden Wassertemperaturen und damit auch wieder erhöhtem Nahrungsaufkommen genügend zu fressen, um einen guten Start in ihr zukünftiges Leben hinzulegen.







Hier kann man sehr gut erkennen, wie Meerforelleneier aussehen, die sich nicht richtig entwickelt haben und deshalb aussortiert werden müssen um den anderen Eiern nicht zu schaden.

Unsere Vereinskollegen sortieren in mühevoller Kleinarbeit alle 2-3 Tage die Eier. Dazu sichten sie jede Lage einzeln um dann die defekten Eier mit einer Pipette herauszufischen. Da die defekten Eier nicht immer oben sind, müssen auch teilweise mit einem kleinen Blasebalg die Eier vorsichtig umwirbeln werden, um auch wirklich alle defekten Eier zu finden.




Voller Spannung und Vorfreude warten wir nun auf die nächste Entwicklungsphase.
 
Es ist soweit! Die ersten Brütlinge sind geschlüpft und tummeln sich in den Brutschränken. In den nächsten Tagen werden sicherlich die restlichen
folgen. Die Temperatur des Wassers wurde mit Hilfe einer K
ühlanlage künstlich heruntergesetzt (Siehe Technik), um den Zeitpunkt des Schlupfes möglichst weit nach
hinten zu verschieben.
Die geschlüpften Meerforellenbrütlinge werden noch einige Wochen bei uns im Bruthaus, vor Fressfeinden und wiedrigen Umwelteinflüssen geschützt, verbringen. Solange bis der Dottersack, der die Fische die ersten Wochen ernährt, fast aufgebraucht ist.
 
 
Einige wenige Brütlinge werden darüber hinaus noch einige Wochen von uns gefüttert. Dieses Vorstrecken der Brütlinge wird von uns durchgeführt, um ihnen gestärkt und robuster einen noch besseren Start in ihr junges Meerforellenleben zu ermöglichen.
 
Zwischendurch muss auch immer dafür gesorgt werden, dass genügend Wasser
im Bruthaus für die Umwälzung vorhanden ist. Dieses wird aus der Wörpe
per Pumpe geholt, wie man hier sehen kann. 
 
 
 
 
Technik:

Um Temperatur-Schwankungen zu vermeiden und vor allem einen exakten Schlupfzeitpunkt bestimmen zu können, ist es Notwendig, die Wassertemperatur zu klimatisieren. Dies geschieht bei uns mit einem umgebauten Klima-Kompressor (Kühlschrank).


Funktionsweise:
Kältemittel wird in einem hermetisch dichten Kältekreislauf im Expansionsventil auf einen tiefen Druck entspannt und in den Verdampfer

geleitet. Bei diesem Vorgang sinkt die Kältemitteltemperatur auf ca. 4 bis 7 °C. Die Temperatur an der Verdampfer-Oberfläche liegt nun unter der Umgebungstemperatur.
Das für die Brütlingsaufzucht benötigte Wasser durchfliest den Kühler (Verdampfer ) und entzieht dem Wasser die Wärme. Das Kältemittel verdampft bei diesem Prozess, der Ventilator bläst kühle Luft aus dem Gerät. Ein Kompressor saugt den kalten Kältemitteldampf (Sauggas) an und komprimiert das Gas. Dadurch steigt der Druck und die Temperatur des Kältemitteldampfes auf ca. 45 bis 50 °C an. Die Temperatur liegt nun oberhalb der Außenlufttemperatur. Der heiße Dampf gibt im Verflüssiger (Kondensator) die Wärme an die Umgebung ab und verflüssigt sich dadurch. Im flüssigen Zustand fließt das Kältemittel wieder zum Expansionsventil. Im Expansionsventil wird das nun flüssige Kältemittel wieder entspannt. Der Kältekreislauf ist geschlossen.

Wir Führen unsere Anlage bei einer Wassertemperatur von 4 °C. Da die Brütlinge bei geringeren Umgebungs-Temperaturen zwar später schlüpfen und sich langsamer entwickeln allerdings sind sie Widerstandsfähiger, was ein späteres Auswildern erleichtert.

 
 
Schlußwort:
Nach dem die letzten Meerforellenbrütlinge ausgesetzt sind geht eine lange und wirklich arbeitsintensive Saison dem Ende entgegen. Aber wenn man
die jungen Meerforellen in ihr neues Zuhause entlässt und sie gesund und munter davonschwimmen sieht, weiß man wofür man die Arbeit geleistet
hat. Vielen Dank an alle fleißigen Helfer die dieses Projekt überhaupt erst möglich machen.
Ebenso gilt mein Dank als Bearbeiter den Kollegen, die mich fleißig mit den entsprechenden Daten versorgt haben, damit dieser Bericht überhaupt erst möglich wurde.