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WESER KURIER - 02.11.2014


WESER KURIER - 19.10.2014



WESER KURIER - 09.05.2014

Wümme transportiert gefährliche Fracht

Von Klaus Göckeritz

Borgfeld · Landkreis Osterholz. Die Wümme ist stark mit Nitrat belastet. Dies belegt eine Messreihe des Vereins VSR-Gewässerschutz aus Geldern in Nordrhein-Westfalen. Demnach übersteigen die gemessenen Werte die Vorgaben einer europäischen Richtlinie teilweise um das Doppelte. Der Verein macht die intensive Landwirtschaft und die hohe Biogasanlagendichte im Einzugsbereich der Wümme dafür verantwortlich. Der Bremer Wasserexperte Michael Schirmer warnt vor möglichen Folgen.

Wümme in Borgfeld

© Hans-Henning Hasselberg

Die Nitratbelastung im Grundwasser und in den Flüssen ist ein ernstes Thema. Es sei höchste Zeit zum Gegensteuern, sagen Experten wie der Borgfelder Michael Schirmer.

Die Vorgaben der EU-Wasserrahmerichtlinie sind eindeutig. Soll die Wümme bis zum Jahr 2015 einen guten Zustand erreichen, sind nicht mehr als elf Milligramm Nitrat pro Liter erlaubt. Die Praxis sieht anders aus, wie die Gewässerschützer aus Geldern warnen. Sie haben Wümmewasser in einem Abschnitt von Tostedt bis zum Zusammenfluss mit der Hamme bei Ritterhude geprüft und dabei deutlich höhere Konzentrationen gemessen. In der Messreihe stieg die Nitratbelastung von 15 Milligramm bei Tostedt über 23 Milligramm bei Scheeßel und 27 Milligramm bei Rotenburg auf mehr als 28 Milligramm pro Liter bei Ottersberg. Erst die reinigende Wirkung der extensiv bewirtschafteten Wümmewiesen zwischen Fischerhude und Lilienthal habe die Werte auf rund 22 Milligramm sinken lassen. „Das ist immer noch zu viel“, bemängelt der Verein. Als wesentliche Ursache für die durchgehend höhere Belastung machen die Prüfer die Entwicklung in der modernen Landwirtschaft verantwortlich. Insbesondere am Mittellauf der Wümme und ihren Zuflüssen seien viele Biogansanlagen und Großställe genehmigt worden. Intensive Düngung der Äcker belaste die Böden und zunehmend das Grundwasser.

Schirmer warnte zugleich vor den Folgen für das Grund- und Trinkwasser. Nitratbelastungen von 30 Milligramm hält der Experte zwar für „noch unbedenklich“, der Grenzwert für Trinkwasser liege bei 50 Milligramm pro Liter. Doch müsse man das gesamte System im Blick behalten. Die vorhandene Belastung des Grundwassers und der Flüsse werde sich in den kommenden Jahren sukzessive erhöhen. „Dies sind langwierige Entwicklungen wie die KlimaerwIärmung.“

Dass in der Landwirtschaft gegengesteuert und die Einträge reduziert werden müssen, ist für Michael Schirmer klar. Dies durchzusetzen hält der Biologe aber für extrem schwierig. Aufsichtsbehörden für den Gewässerschutz sind die Landkreise. Allerdings beziehen sich die Überprüfungen nicht auf den Eintrag von Nitrat in die Böden. „Wir schreiten nur bei offensichtlichen Gewässerverschmutzungen wie durch Öl oder bewusstes Einleiten von Schadstoffen wie Gülle ein“, erklärt Marco Prietz, Pressesprecher des Landkreises Osterholz auf Nachfrage. Die oberere Wasserbehörde ist der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Küstenschutz (NLWKN). 

Behörde setzt auf Beratung

Das im ostfriesischen Norden ansässige Amt sieht einen Zusammenhang zwischen intensiver Landwirtschaft und erhöhten Nährstoffwerten in den Gewässersystemen, versteht sich aber nicht als Kontrollbehörde. „Wir setzen auf Beratung“, sagt Sprecherin Herma Heyken. Ziel sei bisher gewesen, den Eintrag von Stickstoff zu reduzieren, was mit guten Ergebnissen gelungen sei. In diesem Jahr solle das Beratungsangebot auf Phosphor und Schwefel ausgeweitet werden.

Die Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des Wasserverbandstages und des Landesbauernverbandes trafen sich unlängst in Oldenburg, um im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Gespräche aktuelle Fragen des Wasserschutzes und des Düngerechts zu diskutieren. Künftig gelte es, Maßnahmen zu entwickeln, die die Ziele der landwirtschaftlichen Produktion und des Wasserschutzes gleichermaßen sichern. Bei der Weiterentwicklung des Rechtsrahmens müsse eine genaue Analyse sowohl im Bereich des Düngerechts als auch im Baurecht stattfinden, hieß es zum Inhalt des Treffens.

Massive Warnungen kommen von der Umweltorganisation Greenpeace, die von einer tickenden Zeitbombe im Trinkwasser spricht. Die Europäische Kommission habe das Problem erkannt und stelle Deutschland ein schlechtes Zeugnis aus. Greenpeace kritisiert in einem Bericht, dass in Deutschland an 50 Prozent der Messstationen der Grenzwert für Nitrat überschritten werde. Nur der Inselstaat Malta stehe noch schlechter da. Der Grenzwert für Nitrat liege hier laut Trinkwasserverordnung bei 50 Milligramm, in der Schweiz aber bei 25 Milligramm je Liter. Nitratkonzentrationen von mehr als 100 Milligramm können laut Greenpeace zu gesundheitlichen Problemen führen. Nitrat werde im menschlichen Körper zu Nitrit umgewandelt.

Für Michael Schirmer besteht Handlungsbedarf. Die Belastung der Flüsse und des Grundwassers sei ein drängendes Problem. Die Zeiten, dass Grundwasser als natürliches, unbelastetes Gut unbegrenzt und dauerhaft zur Verfügung steht, seien vorbei. Heute müsste man zur Förderung unbelasteten Wassers teilweise mehrere 100 Meter tief in den Boden gehen. Und selbst die Industrie zeige sich besorgt. Schirmer erinnert an eine Bremer Brauerei, die ihr Wasser aus der Rotenburger Rinne bezieht. Und die Kreisstadt Rotenburg liegt bekanntlich an der Wümme.


Fisch&Fang 02/2012:    Für alle Bootsangler die auch mal auf dem Meer angeln wollen!!



Weser-Kurier 23.07.2011:



Thema Dioxinverseuchte Fische:




Info aus Fisch&Fang April 2011:



23.04.2011: Angelladen in Ritterhude:
 
 
 
19.10.2010: Interessante Info für Dänemark-Fans:



19.10.2010: Das leidige Thema Kormoran, vieleicht wird es bald besser: